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Übertragung als Schmierinfektion über den Stuhlgang. Virusproduktion initial kurzfristig im Bereich des Rachens, dann im Darm.
Inkubationszeit 7 – 14 Tage.
Über 95% der Infektionen verlaufen völlig asymptomatisch, sog. “stille Feiung”.
Bei etwa 4 - 5 % der Patienten treten nur unspezifische Krankheitszeichen auf, wie Fieber, Übelkeit, Halsschmerzen, Muskel- und Kopfschmerzen.
In etwa 1 - 2 % tritt eine sog. nichtparalytische Poliomyelitis auf mit Fieber, Nackensteifigkeit und Rückenschmerzen.
Der Nachweis von Entzündungszellen im Liquor belegt dann eine Meningitis. Die Erkrankung ist gutartig und bedarf nur symptomatischer Behandlung.
In nur 0,1 bis 1 % der Infektionen tritt die paralytische Poliomyelitis, die eigentliche Kinderlähmung, auf. Es kommt zu schnellen oder schrittweise auftretenden Lähmungen von Muskelgruppen, zum Teil über Stunden. Mitunter kommt es nach zunächst zwei bis drei Tagen Besserung der Krankheitszeichen der nichtparalytischen Poliomyelitis zu den motorischen Schwächen. Typischerweise sind die Schwächen asymmetrisch und betreffen am häufigsten die Beinmuskulatur, können aber auch die Arm-, Bauch-, Brustkorb- und Augenmuskulatur betreffen, seltener auch die Schluckmuskulatur.
Das Virus setzt grundsätzlich bei jedem Infizierten einen Schaden – sowohl in der Peripherie im motorischen Vorderhorn des Rückenmarks als auch in Steuerkernen des Zentralnervensystems.
Solange in einem Gebiet jedoch weniger als 50 % der Motoneurone zerstört sind, treten keinerlei Symptome auf – da, aufgrund der Plastizitt des Systems, die übrig gebliebenen Neurone sofort die Arbeit der untergegangenen Neurone mitübernehmen.
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